Das Aquarell ist in seiner
Urform die älteste aller Maltechniken. Die Fresken der alten
Meister wurden mit Wasserfarben auf Putz gebracht und sind uns über
Jahrhunderte hinweg erhalten. Diesem vermeintlich leicht zu schaffendem
Medium, des Aquarellierens, hat sich der Künstler Wolfgang
Hubert Welz verschrieben.
In
der Tat gilt das Aquarellieren als eine der schwierigsten Maltechniken
überhaupt. Einmal auf das Papier oder die Leinwand gebracht
ist die Farbe nicht wieder wegzunehmen. Anders als bei der Ölmalerei,
wo ständiges übermalen bis zum endgültigen Ergebnis
möglich ist, wird beim Aquarellieren vielmehr die individuelle
Handschrift des Künstlers augenfällig.
Wolfgang
Hubert Welz ist mit seiner Aquarell-Maltechnik auf einem stupend
künstlerischen Niveau angelangt. Seine Ausstellungserfolge
und privaten Bildnachfragen sind dafür Indiz. Was während
seiner Reisen Anfang der 90er Jahre mit vor Ort geschaffenen Werken
in der Toskana begann, setzte er unentwegt auf weiteren Reisen und
im heimischen Atelier fort.
Gerade beim Aquarell greifen Emotion, Temperament und Expression
vielfältig ineinander, wird der äußere Anlass und Gegenstand zum
inneren Bild umgekehrt. William Turner, der wohl größte
Meister dieses Genres, ist bleibendes Vorbild für Welz. Bilder
von Welz, teils verfremdet, mal mit kraftvollen Farben, dann wieder
lasierend duftig, lassen Landschaften auf dem Papier bühnenkulissenartig
erscheinen. Insbesondere gekonnte Form- und Farbgebung sowie kompositorische
Ausgewogenheit zeichnen seine Arbeiten aus. Gelegentlich verarbeitet
der Künstler auch Kanzleipapiere in seinen archaisch wirkenden
Collagen oder weicht vom Papier auf die Leinwand aus, um größere
Formate zu ermöglichen. Figürliche Darstellungen bearbeitet
der gelernte Werbegrafiker gerne in Mischtechnik, die er auf unterschiedlichen
Malgründen darstellt. Ein Künstler ist nie am Ende, so
seine Lebensphilosophie. So entwickelt er sich weiter und verändert
mit Kreativität und Verfremdungen unentwegt seine dargestellten
Bilder.
Eine spezielle Kunstform stellt die Aktmalerei nach Modell dar.
In mehrjährigen Sitzungen befasste sich Wolfgang H. Welz in der Kunsthalle Darmstadt,
unter Leitung erfahrener Dozenten mit dieser schwierigen Form der Darstellung
des menschlichen Körpers. Mit teils skizzenhaft hingeworfenen Linien
verarbeitet der Künstler, unter Hinzunahme von über hundert Jahre alten
handschriftlichen Original-Kanzleipapieren, einen Mix von Stiften,
Aquarellfarben etc. zu künstlerischen Collagen.
|